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Kita-Wechsel: Wann er sinnvoll ist, wie er gelingt und was Eltern beachten müssen

Kaum eine Entscheidung fällt Eltern schwerer als die, ihr Kind aus einer Kita herauszunehmen, die es kennt. Die Freunde, die Erzieherin, die Garderobe mit dem Igel-Symbol: Alles das ist für ein Dreijähriges ein Zuhause, und man reißt es nicht leichtfertig heraus. Trotzdem gibt es Situationen, in denen der Wechsel die bessere Entscheidung ist, und es gibt einen Weg, ihn so zu gestalten, dass das Kind nicht darunter leidet, sondern gewinnt. Dieser Text hilft bei der Frage, ob, und beschreibt das Wie.

Gute Gründe, schlechte Gründe

Ein Wechsel ist sinnvoll, wenn das Kind über Monate unglücklich ist und die Kita das Problem weder erkennt noch angeht; wenn die Struktur nicht zum Kind passt (ein zurückhaltendes Kind in einer großen offenen Kita, ein bewegungshungriges in einer engen Gruppenkita) und die Kita keine Anpassung anbietet; wenn die Betreuungszeiten dauerhaft nicht zum Leben der Familie passen; wenn die Kita strukturell unterbesetzt ist und regelmäßig in die Notbetreuung geht; wenn das Vertrauen in die Fachkräfte zerstört ist; und selbstverständlich bei einem Umzug, der die Wege unzumutbar macht. Auch die Aussicht auf einen Platz in der eigentlichen Wunsch-Kita kann ein Grund sein, wenn diese Kita tatsächlich besser passt und nicht nur schöner klingt.

Kein guter Grund ist ein einzelner Konflikt, der noch nicht besprochen wurde. Kein guter Grund ist eine Phase: Fast jedes Kind hat Wochen, in denen es morgens nicht in die Kita will, oft nach einem Urlaub, einer Krankheit, der Geburt eines Geschwisters oder dem Wechsel der Bezugserzieherin. Kein guter Grund ist der Wunsch nach einem Konzept, das auf dem Papier beeindruckt, wenn das Kind in seiner Kita gut zurechtkommt. Und kein guter Grund ist Elternstreit unter Erwachsenen, der das Kind nichts angeht. Eine Faustregel: Wenn Sie den Wechsel Ihrem Kind nicht in einem Satz erklären könnten, den es versteht ("Du bekommst eine Kita, in der du jeden Tag draußen sein kannst"), ist er vielleicht noch nicht reif.

Der Zeitpunkt

Kinder verkraften einen Wechsel am besten, wenn sie stabil sind: nicht mitten in einer Krankheitswelle, nicht kurz nach der Geburt eines Geschwisters, nicht in den Wochen um einen Umzug. Ein Wechsel im Alter von drei bis vier Jahren ist meist leichter als einer mit zwei, weil Kinder dann sprachlich verstehen können, was passiert, und sich auf die neue Kita freuen können. Der natürliche Zeitpunkt ist der Übergang von der Krippe in den Kindergarten, wenn er sowieso ansteht, oder der Beginn des Kita-Jahres im August und September, wenn ohnehin viele Kinder neu kommen und die Gruppen sich neu finden. Ein Wechsel im letzten Jahr vor der Einschulung sollte gute Gründe haben, weil das Kind dann innerhalb eines Jahres zwei Übergänge bewältigen muss.

Kündigungsfristen und Platzsuche

Die Kündigungsfrist steht im Betreuungsvertrag oder in der Satzung; üblich sind ein bis drei Monate zum Monatsende, in manchen Verträgen ist eine Kündigung in den letzten Monaten vor der Einschulung ausgeschlossen. Die Kunst ist, Kündigung und neuen Platz so zu legen, dass weder eine Betreuungslücke noch eine lange Doppelzahlung entsteht. Der sichere Weg: erst den neuen Platz schriftlich zusagen lassen, dann kündigen, und die Doppelzahlung für ein bis zwei Monate als Preis der Sicherheit akzeptieren. Der riskante Weg: kündigen und hoffen. Fragen Sie den bisherigen Träger, ob er bei einem Nachrücker auf die Frist verzichtet; viele Kitas haben Wartelisten und sind froh, den Platz früher zu vergeben.

Für die Platzsuche gilt, was für die erste Suche gilt: Portal oder Warteliste, Bedarf beim Jugendamt anzeigen, mehrere Kitas ansprechen. Ein Wechselwunsch wird bei der Vergabe in der Regel nicht bevorzugt behandelt, weil das Kind ja einen Platz hat; unterjährig frei werdende Plätze gehen oft an Kinder ohne Platz. Umso wichtiger ist es, früh zu beginnen und den neuen Träger offen darüber zu informieren, warum Sie wechseln. Eine ehrliche Begründung ("Die Öffnungszeiten passen nicht mehr zu unseren Arbeitszeiten") ist völlig normal; ein Wechsel aus Konflikten wird ebenfalls verstanden, wenn Sie ihn sachlich schildern. Bei Berlin und Hamburg bleibt der Kita-Gutschein beim Wechsel gültig, muss aber bei der neuen Kita eingelöst werden.

Den Übergang gestalten

Sprechen Sie mit dem Kind, sobald der Wechsel feststeht, nicht früher. Kinder, die wochenlang wissen, dass sie "bald" wechseln, leben in einer Unsicherheit, die sie nicht einordnen können. Erklären Sie den Grund kindgerecht und positiv, ohne die alte Kita schlechtzumachen; das Kind soll sie in guter Erinnerung behalten dürfen. Gestalten Sie einen Abschied: einen letzten Tag, an dem das Kind sich verabschiedet, vielleicht ein kleines Geschenk für die Gruppe, ein Foto mit den Freunden. Die alte Kita kann helfen, indem sie das Kind im Morgenkreis verabschiedet; bitten Sie darum. Und halten Sie Kontakt zu ein oder zwei Freunden, wenn es geht: Ein Spielplatztreffen nach dem Wechsel zeigt dem Kind, dass die Freundschaft nicht mit der Kita endet.

In der neuen Kita gibt es eine Eingewöhnung, auch für ein Kind, das schon Kita-Erfahrung hat. Sie ist meist kürzer, aber sie ist nötig, weil das Kind neue Menschen, Räume und Regeln kennenlernen muss. Planen Sie ein bis zwei Wochen ein. Ein Kind, das die Eingewöhnung in der alten Kita gut erlebt hat, geht meist zuversichtlich in die neue. Ein Kind, das die alte Kita unglücklich verlassen hat, braucht vielleicht länger und mehr Nähe. Bitten Sie die neue Bezugserzieherin, mit der alten Kita zu sprechen, wenn Sie das möchten; ein kurzer fachlicher Austausch über das Kind hilft, aber er bedarf Ihrer Zustimmung.

Rechnen Sie mit einem Rückschlag nach etwa vier bis sechs Wochen. Viele Kinder erleben die neue Kita erst als Abenteuer und merken dann, dass das Alte wirklich vorbei ist; sie trauern nach, weinen morgens, wollen zurück. Das ist kein Zeichen, dass der Wechsel falsch war, sondern dass das Kind ihn verarbeitet. Es geht vorbei, meist innerhalb weniger Wochen.

Wechsel innerhalb des Trägers und innerhalb der Kita

Bevor Sie kündigen, prüfen Sie zwei kleinere Schritte. Ein Wechsel der Gruppe innerhalb derselben Kita löst viele Probleme, die an einer Fachkraft oder einer Gruppenkonstellation hängen; Leitungen ermöglichen das häufiger, als Eltern denken, besonders zum Kita-Jahr. Ein Wechsel in eine andere Einrichtung desselben Trägers geht oft ohne neue Warteliste und ohne Kündigung, als interne Umsetzung; fragen Sie beim Träger nach.

Umzug in eine andere Stadt

Beim Umzug beginnt die Platzsuche von vorn, und zwar in der neuen Kommune, die für den Rechtsanspruch zuständig ist, sobald Sie dort gemeldet sind. Melden Sie den Bedarf beim neuen Jugendamt an, sobald der Umzugstermin steht, auch wenn Sie noch nicht gemeldet sind; einige Jugendämter nehmen die Anmeldung mit Mietvertrag entgegen. Kündigen Sie die alte Kita so, dass die Frist mit dem Umzug endet, und rechnen Sie mit einer Lücke: Ein Platz zum Umzugsmonat ist die Ausnahme. Für die Lücke helfen Kindertagespflege, eine Ferienbetreuung oder, wenn es die Distanz zulässt, noch einige Wochen die alte Kita. Der Rechtsanspruch gilt in der neuen Kommune sofort; wie Sie ihn durchsetzen, wenn es hakt, steht in unserem Ratgeber Kein Kita-Platz trotz Rechtsanspruch.

Wie die Kita, die Sie ins Auge fassen, von anderen Eltern erlebt wird und ob sie das Problem löst, wegen dem Sie wechseln, lesen Sie vorher in den Erfahrungsberichten auf Kitaerfahrung.com. Und wenn der Wechsel hinter Ihnen liegt, hilft Ihr eigener Bericht über die alte Kita der nächsten Familie, die vor derselben Frage steht.

Wie ist die Kita vor Ort wirklich?

Finden Sie Ihre Kita und lesen Sie bestätigte Erfahrungen anderer Eltern. Oder schreiben Sie selbst, was die nächste Familie wissen sollte.

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