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Kita Besichtigungstermin: 20 Fragen, die Eltern stellen sollten

Der Tag der offenen Tür in einer Kita oder Kindergarten ist auf Wirkung ausgelegt. Die Räume sind aufgeräumt, die Wände sind mit Kinderkunst bestückt und die Leitung hat Zeit sowie Kaffee bereitgestellt. Das ist nicht unehrlich, so würde jeder Gastgeber es machen. Es bedeutet jedoch, dass Sie an diesem Vormittag vor allem sehen, wie die Kita gesehen werden möchte. Sie wollen jedoch etwas anderes wissen: Wie fühlt sich ein normaler Dienstag hier an, wenn eine Erzieherin krank ist und es regnet? Dafür braucht es Fragen, deren Antworten nicht im Flyer stehen.

Vor dem Termin in der Kita

Lesen Sie die Konzeption. Welches pädagogische Konzept dahintersteht, erklärt ein eigener Ratgeber. Jede Kita muss eine Konzeption haben. Sie liegt meist auf der Website der Kita oder wird auf Nachfrage verschickt. Darin steht, nach welchem pädagogischen Ansatz gearbeitet wird, wie die Eingewöhnung läuft, wie die Gruppen aufgebaut sind und wie die Beteiligung der Eltern aussieht. Wer die Konzeption gelesen hat, kann am Termin bessere Fragen stellen und merkt schneller, wenn Anspruch und Alltag auseinanderklaffen. Kommen Sie, wenn möglich, nicht nur zum Tag der offenen Tür, sondern bitten Sie auch um einen Termin an einem normalen Vormittag zwischen 9 und 11 Uhr, wenn die Kinder im Freispiel sind. Viele Kitas ermöglichen das, manche nicht. Auch das ist eine hilfreiche Information.

Personal und Betreuung

1. Wie viele Kinder betreut eine Fachkraft in der Gruppe meines Kindes an einem normalen Tag?
Der Personalschlüssel auf dem Papier ist die vom Land vorgeschriebene Zahl. Aussagekräftiger ist jedoch die tatsächliche Fachkraft-Kind-Relation, wenn Urlaub, Krankheit, Fortbildung und Vorbereitungszeit abgezogen sind. Im Ländermonitor der Bertelsmann Stiftung wird für Krippenkinder eine Relation von 1 zu 3 und für Kindergartenkinder eine Relation von 1 zu 7,5 empfohlen. In den meisten Bundesländern liegt die Realität deutlich darunter, im Osten oft bei 1 zu 5 bis 1 zu 6 in der Krippe. Fragen Sie nach der Gruppengröße und der Zahl der Fachkräfte, die tatsächlich in der Gruppe arbeiten.

2. Wie lange arbeiten die Erzieherinnen und Erzieher im Durchschnitt hier?
Fluktuation ist der zuverlässigste Frühindikator für Probleme. Wenn die Leitung ins Grübeln kommt oder von "einer Phase" spricht, fragen Sie nach.

3. Was passiert, wenn zwei Fachkräfte gleichzeitig krank sind?
Gibt es einen Vertretungspool des Trägers? Werden Gruppen zusammengelegt? Werden die Eltern gebeten, ihre Kinder früher abzuholen? Alle drei Antworten sind möglich. Nur "Das kommt bei uns nicht vor"” ist keine.

4. Wer wird die Bezugserzieherin meines Kindes, und wie wird das entschieden?

5. Wie viele Fachkräfte haben eine Zusatzqualifikation, etwa für Sprachförderung, Inklusion oder Krippenpädagogik?

Pädagogik und Alltag

6. Wie sieht ein typischer Tag aus, von der Bringzeit bis zum Abholen? Achten Sie darauf, wie viel Zeit für Freispiel und wie viel für Angebote bleibt. Beides hat seinen Wert. Ein Tag, der ausschließlich aus Programmpunkten besteht, ist für Dreijährige zu anstrengend.

7. Wie lange sind die Kinder täglich draußen, auch bei Regen? (In der Waldkita erübrigt sich diese Frage.) "Wir gehen jeden Tag raus" ist die richtige Antwort. Fragen Sie nach, was "jeden Tag" im Januar bedeutet.

8. Wie gehen Sie mit Konflikten zwischen Kindern um? Und wie mit einem Kind, das beißt?
Die Antwort zeigt, ob die Kita eine Haltung vertritt oder improvisiert. Beißen ist bei Ein- bis Zweijährigen normal. Eine Kita, die darauf gelassen und geplant reagiert, ist Gold wert.

9. Wie werden Schlafen und Ruhen gehandhabt? Müssen alle Kinder schlafen?
Bei Dreijährigen, die zu Hause längst nicht mehr schlafen, führt eine verpflichtende Schlafzeit zu einem Dauerkonflikt.

10. Wie arbeiten Sie mit Kindern, die noch Windeln tragen, und wann beginnt das Sauberwerden?
Die richtige Antwort zum Thema Sauberwerden lautet: Wenn das Kind so weit ist. Eine Kita, die Windelfreiheit bis zum dritten Geburtstag voraussetzt, verlangt etwas, das viele Kinder nicht leisten können.

11. Wie viel Zeit verbringen die Kinder vor Bildschirmen?
In der Krippe sollte die Antwort "keine" lauten. Im Kindergarten ist ein gezielter Einsatz vertretbar, ein Bildschirm oder Fernseher im Gruppenraum jedoch nicht.

Essen

12. Wird hier gekocht oder geliefert, und von wem?
Was gutes Kita-Essen ausmacht, steht in einem eigenen Ratgeber. Eine eigene Küche ist ein Luxus, den sich viele Kitas nicht leisten können. Ein Caterer kann jedoch eine gute Alternative sein. Fragen Sie, ob Sie den Speiseplan der letzten zwei Wochen einsehen dürfen und ob Sie einmal mitessen können.

13. Wie wird mit Allergien und religiösen oder ethischen Essensregeln umgegangen?

14. Müssen die Kinder stets aufessen oder probieren? Der Zwang zum Aufessen ist zwar pädagogisch überholt, kommt aber noch vor. Probieren ist erlaubt, aber niemand muss etwas aufessen.

Eltern und Kommunikation

15. Wie erfahre ich, wie der Tag meines Kindes war?
Ob Tür-und-Angel-Gespräch, Aushang, App oder Wochenrückblick per E-Mail: Alles kann funktionieren. Wichtig ist, dass es einen verlässlichen Kommunikationsweg gibt und die Fachkräfte während der Abholzeit ansprechbar sind.

16. Wie oft gibt es Entwicklungsgespräche, und wer führt sie?
Einmal im Jahr ist Standard, zweimal ist gut. In der Krippe sollte das Gespräch nach der Eingewöhnungsphase hinzukommen.

17. Was passiert, wenn ich mit etwas nicht einverstanden bin?
Gibt es einen Elternbeirat, ein Beschwerdeverfahren oder eine Ansprechperson beim Träger? Seit 2012 sind Kitas verpflichtet, Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren für Kinder vorzuhalten (§ 45 SGB VIII). Wie sie das für Eltern regeln, sagt viel über die Kultur des Hauses aus.

Organisation und Kosten

18. Wie viele Schließtage gibt es im Jahr, und wann?
Üblich sind 20 bis 30 Kita-Schließtage, hinzu kommen Konzeptionstage und Brückentage. Drei Wochen im Sommer und zwischen den Jahren sind üblich. Das muss zu Ihrem Urlaub passen, sonst wird es teuer.

19. Was kostet der Kita-Platz insgesamt, mit allem?
Zu den Kosten zählen Elternbeitrag, Essensgeld, Getränkegeld, Bastelgeld, der Beitrag zum Förderverein und die Kosten für Ausflüge. Fragen Sie nach der monatlichen Gesamtsumme, nicht nach den einzelnen Beiträgen.

20. Wie ist die Eingewöhnung organisiert, und wer entscheidet über das Tempo?
Die Antwort sollte ein Modell (Berliner oder Münchener) nennen, eine realistische Dauer (zwei bis vier Wochen) nennen und den Satz enthalten, dass das Kind das Tempo bestimmt.

Worauf Sie achten, ohne zu fragen

Wie sprechen die Fachkräfte mit den Kindern, wenn sie nicht wissen, dass Sie zuhören? Gehen sie in die Hocke, wenn ein Kind etwas sagt? Wie ist der Geräuschpegel? Lebendig oder schrill? Sind die Kinder beschäftigt oder laufen sie ziellos umher? Wie sieht der Sanitärbereich aus? Riecht es nach Windeln? Hängen die Werke der Kinder auf deren Augenhöhe oder auf der der Eltern? Wie reagiert die Leitung auf Ihre kritischste Frage: mit einer Antwort oder mit Abwehr? Kitas, die nichts zu verbergen haben, sprechen offen über ihre Schwachstellen, da sie wissen, dass Eltern diese ohnehin bemerken.

Und dann fragen Sie die Eltern, die gerade ihre Kinder abholen, sie wissen es am besten. Zwei Sätze an der Garderobe sagen oft mehr aus als ein einstündiger Rundgang. Wenn Sie niemanden erreichen, lesen Sie die Berichte anderer Eltern auf unserem Portal für Kindergarten-Bewertungen und schreiben Sie nach Ihrem ersten Kita-Jahr selbst, welche Informationen Ihnen vorher wichtig gewesen wären.

Wie ist die Kita vor Ort wirklich?

Finden Sie Ihre Kita und lesen Sie bestätigte Erfahrungen anderer Eltern. Oder schreiben Sie selbst, was die nächste Familie wissen sollte.

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